Liebe Mitglieder und Fans des FC Oberwil

Heute stelle ich ihnen einen Mann aus der FC Oberwil Familie vor, der mehr als nur das Runde ins Eckige kicken will, ein Mann mit einer bewegten Vergangenheit und mit Visionen.

Clifford Otieno Ouma stammt aus Kenia und ist vor zirka 5 Jahren, der Liebe wegen nach Oberwil gekommen. Seine Ehefrau, Adwin Walzar, ist ebenfalls gebürtige Kenianerin und Schweizer Bürgerin. Cliff wuchs in armen Verhältnissen auf. Der Fussball und sein Talent gaben ihm Hoffnung. Er schaffte es trotz körperlicher Defizite und Verletzungen bis in die höchste kenianische Spielklasse und erhielt sogar Angebote von YB, resp. eine Einladung von Manchester United zu Probetrainings. Aus seinem Profitraum wurde nichts, auch weil man dafür in Kenia keine Unterstützung von Eltern bekommt und doch besser etwas Vernünftiges studiert. Heute spielt Cliff hobbymässig in der 2. Mannschaft des FC Oberwil.

Bedeutsamer ist, dass Cliff, mit voller Unterstützung seiner Frau Adwin, in Kenia ein Fussballprojekt gründete, selbst finanziert und hingebungsvoll weiterentwickelt. Bei genauer Betrachtung ist es viel mehr als Fussball und soll Kindern aus zerrütteten Verhältnissen und Heimen Wege aufzeigen. Cliff ist ein umsichtiger und weitblickender Leiter mit einer klaren Vision, der seine Wurzeln nicht vergessen hat und etwas zurückgeben möchte. Ich finde, seine Geschichte sollte unbedingt erzählt werden, denn man darf in der Region stolz auf solche Typen sein.

Sein Verein heisst FC Oberwil Kenya und spielt unter dem Logo des Leimentaler Clubs FC Oberwil. Der Präsident des FCO hatte der Verwendung zugestimmt, was mich als ehemaliger FCO-Funktionär sehr stolz macht. Beim FCO Kenya werden Kinder fussballerisch ausgebildet, wobei die sportlichen Ziele den sozialen und schulischen eher untergeordnet werden. So geht es darum, die Gemeinschaft zu fördern, den Kindern durch Fussball die Möglichkeit zu geben, dem harten Alltag zu entfliehen. Cliff liegt aber sehr viel daran, den Youngsters Werte zu vermitteln, an welche sie sich halten müssen. Wer dies befolgt, hat die Aussicht auf eine gute Schule und damit gute Ausbildung.

In einem Land der Leichtathleten, spielt Fussball als mögliche Quelle des Einkommens kaum eine Rolle und so stehen Erwachsene solchen Möglichkeiten eher skeptisch, ja gar ablehnend entgegen. Wenn die Kinder aber in schönen Trikots, mit coolem Logo, in – wenn auch zum Teil ausgelatschten, aber dennoch – Fussballschuhen ausgerüstet sind, erregt dies Aufmerksamkeit und so mache Erwachsene erkennen die Absicht, das Ziel und die Werte dahinter. Bälle, die wir aussortieren, sind dort wertvolles Gut. Was wir hierzulande wegwerfen, wird dort mit funkelnden Augen entgegengenommen. Am wichtigsten erscheint jedoch die Erwachsenen hinter sich zu bekommen, die der ganzen Geschichte nicht trauen wollen. So legt Cliff den Fokus darauf, selbst wenn er hier in der Schweiz ist, auch mit diesen Erwachsenen in Kenia zu sprechen. Im besten Fall kann er irgendwann jemanden anstellen, der dies vor Ort übernimmt.

Der Coach der Kinder ist ausgebildeter Trainer, da macht Cliff keine halben Sachen. Cliff weiss aber auch, welche Bedeutung seinen Betreuern zukommt und diese nur dann wertvoll sein können, wenn ein Betreuer die Unterstützung seiner Familien erfährt, denn jeder muss einer regulären Arbeit nachgehen und macht die Arbeit beim FCO Kenya fast ehrenamtlich. Was wir bei der Betrachtung einer Facebook-Seite nicht sehen können, ist das unglaubliche Engagement von Cliff und Adwin sowie aller Betreuer und das wahrhaft vorbildliche Organisationstalent eines Ehepaars aus Oberwil, Leimental, Baselland.

Eine schöne Geschichte, die Aufmerksamkeit verdient und einmal vom CORONA durchtränkten Alltag ablenket. Cliff und Adwin sind gerne bereit, ihre Geschichte zu erzählen. Zögert nicht sie darauf anzusprechen.