Die A-Junioren des FC Oberwil gewannen am Sonntag das vorletzte Spiel der Youth League des Nordwestschweizer Fussballverbands (FVNWS) gegen Concordia Basel mit 5:1. Das Spiel verlief lange Zeit ausgeglichen und es hätte sowohl auf die ein wie andere Seite kippen können, doch die Leimentaler konnten ihre Chancen nutzen und erhöhten das Score stetig. Je zwei Tore durch Colin Mengiardi und Keanu Quenet sowie ein satter und platzierter Weitschuss aus etwa 25 Metern durch Niklas Schnider besiegelten die Niederlage der Städter.

Somit stehen die Oberwiler eine Runde vor Saisonende mit einem Punkt Vorsprung auf Platz 1 und es ergibt sich am Samstag, 30. Oktober, 18.00 h die Gelegenheit gegen den BSC Old Boys die Regionalmeisterschaft der A-Junioren zu erringen. Das Spiel findet zudem auf dem heimischen Eisweiher statt. Trotz aller Vorfreude handelt es sich hier keineswegs um einen Selbstläufer. Das wiedererstarkte OB hat den Respekt und wird ein harter Gradmesser im Endspurt.

Die Geschichtsbücher des FVNWS führen zu Tage, dass ein allfälliger Sieg für den 1946 gegründeten FC Oberwil von historischer Bedeutung wäre.
Wir blicken zurück auf das Jahr 1978. Das eine oder andere ältere Semester war eventuell beim Oberwiler Grümpeli am Kicken, so genau weiss es wohl niemand mehr. Deutlicher in Erinnerung sind aber noch Bilder des Tessiner Fernsehens, welches das nationale Endspiel des C-Junioren Finalturniers aller Regionalmeister live übertrug. Mit dabei waren die C-Junioren des FC Oberwil, die bis in den Final vorstiessen, dort leider den Kürzeren zogen, sich aber dennoch mit Stolz Vize-Schweizermeister nennen durften.

Die A-Junioren mit den Jahrgängen 2002 bis 2004 könnten rechtzeitig zum Jubiläumsjahr ein weiteres geschichtsträchtiges Kapitel schreiben, denn einen weiteren Regionalmeister stellten die Oberwiler nie mehr. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass dieser jetzt schon bedeutsame Erfolg mit dem FC Biel-Benken geteilt werden darf, denn erst die Gruppierung mit dem FCBB macht diesen Exploit möglich.

Man könnte nun jedes Meisterschaftsspiel mit huldigenden Worten aufarbeiten, stattdessen erledigen dies ein paar Zahlen. Bisher 8 Siege und 2 Unentschieden, die beste Abwehr und der beste Sturm; sprich bestes Torverhältnis, die wenigsten Strafpunkte durch gelbe und rote Karten, die ersten beiden Plätze in der Torschützenliste, und dies gegen grosse Namen wie den FC Wohlen, FC Baden, FC Solothurn und die lokalen Schwergewichte wie Concordia Basel, Black Stars oder Old Boys. Nicht nur für die ausdauernd und hart arbeitenden Spieler wäre dies die verdiente Krönung, auch für den Baumeister der rot-weissen Equipe, Fabio De Simone, wäre dies der grösste Erfolg als Trainer ever.

Beim Versuch diese Mannschaft zu beschreiben, neigt der Autor dazu in eine Endlosschlaufe des Schwärmens zu geraten. Es fällt auf, dass dieses Team fast immer Lösungen findet und sich taktisch auf ihre Gegner einstellen kann. Das Tempo, die Gradlinigkeit, das direkte Spiel, auch über die Flügel und die schnellen, durchschlagskräftigen Stürmer, haben die eine oder andere Abwehr überfordert. Eine erfolgreiche Offensive kann jedoch nur funktionieren, wenn ganz hinten Sicherheit ausstrahlende Schlussmänner stehen, die wegen einer gut organisierten und stark operierenden Abwehr meist wenig geprüft werden. Die Achse ist jedoch das entscheidende Element. Was hinten gut herausgespielt wird, muss durch das Herzstück, dem unfassbar laufstarken Mittelfeld, verarbeitet und in den Spitzen verwertet werden. Ja, und dann gibt es noch die Tage, wo Wille und Effizienz den Unterschied machen. Gäbe es dafür eine Statistik, wären die Oberwiler bestimmt auch da ganz vorne. Man darf nicht vergessen, dass es sich um einen Dorfverein handelt, also nicht um den Nachwuchs aus dem bezahlten Fussball. Vielleicht oder gerade deswegen schaut manch ein Fan lieber diesen Jungs zu als einem bisweilen langweiligen Super League Spiel.

Nun, es ist noch nicht vollbracht, und wer sich der Sache zu sicher ist, dem sei gesagt, dass sich so manch ein Team auf der Zielgeraden noch abfangen lassen musste. Damit dies nicht passiert, gilt es eine Megakulisse und lautstarke Unterstützung durch den Leimentaler Anhang aufzubauen, um den würdigen Rahmen für das bedeutsamste Spiel seit langer Zeit zu schaffen. Falls es gelingt, dürfen die Spieler wie ihre Kollegen aus den 70ern als Regionalmeister an den nationalen Finalspielen teilnehmen.

In diesem Sinne, – ob Oberwiler oder Biel-Benkener -, hopp Oberwil. Lasst es krachen!